«Ich bin ein Kompetenzzentrum»

Der «klassische» Weg zur Karriere in der Erwachsenenbildung

Will man in der Welt der Erwachsenenbildung Karriere machen, so gibt es einige Erfolgsrezepte und jede/r muss als «eigenes Kompetenzzentrum» mit einer USP und einer ESP sein. Was bedeutet das konkret?

(Grafik: zVg) Das dreistufige Ausbildungs-System für Bildungsfachleute. Ausführliche Grafik: www.lernwerkstatt.ch/ausbildungen

Der Trend zur Ausbildung zur/zum Kursleiter/in und/oder Praxisausbilder/in ist seit Jahren stark spürbar. Eine Karriere in der Erwachsenenbildung ist erstrebenswert und bietet Perspektiven. Nicht jede oder jeder, die oder der sich dazu befähigt fühlt, ist jedoch prädestiniert für diesen beruflichen Weg.

Ein erster Schritt zum Ziel, als Erwachsenenbilder/in erfolgreich zu wirken, ist der Erwerb des gesamtschweizerisch anerkannten «SVEB-Zertifikat Kursleiter/in». Die meisten Ausbildenden sind auf das Zertifikat angewiesen, da es die Aus- und Weiterbildungsinstitute in der Regel verlangen, um einen Lehrauftrag zu erteilen. Der Schweizerische Verband für Weiterbildung hat kürzlich kommuniziert, dass per Ende 2018 hierzulande 50’787 Personen über das SVEB-Zertifikat und 11’423 Bildungsfachleute über den eidg. Fachausweis Ausbilder/in verfügen. 147 Personen tragen zudem den Titel Ausbildungsleiter/in mit eidg. Diplom. Das SVEB-Zertifikat Kursleiter/in bildete für alle Fundament und Einstieg in die Erwachsenenbildung in der Schweiz. Diese Zertifikate sind der erste Schritt und absolut notwendig, um Kursleiter/in oder Praxisausbilder/in zu werden (siehe Grafik).

Damit ist man gut aufgestellt, wenn man Gruppen oder Einzelpersonen unterrichten möchte. Inhaber/innen des SVEB-Zertifikats sind meist teilzeitlich in der Erwachsenenbildung tätig. Ihre fundierten methodischen und didaktischen Fähigkeiten sowie ihre sozialen Kompetenzen setzen sie in Betrieben der Wirtschaft und der Verwaltung oder in sozialen Institutionen ein. Sie arbeiten in Ausbildungs- und Personalabteilungen oder als Kursleitende an Schulen der Erwachsenenbildung. Das SVEB-Zertifikat ist ein bei den Weiterbildungsinstitutionen und bei staatlichen Stellen bekannter Ausbildungsstandard. Nicht nur eduQua-zertifizierte Weiterbildungsinstitutionen setzen diesen Standard voraus. In der Schweiz bieten anerkannte Institutionen Weiterbildungen aus dem AdA-Baukastensystem an, viele Schulen bieten alle fünf Module zum eidg. Fachausweis an. Nur wenige Anbieter (in der Deutschschweiz die Lernwerkstatt Olten) haben zusätzlich den Lehrgang zum Ausbildungsleiter mit eidg. Diplom in ihrem Programm. Die Lernwerkstatt Olten bietet alle drei Weiterbildungsstufen an und ist mit ihren 25 Standorten die grösste Anbieterin.

Drei Erfolgsrezepte
Einmal aber im Besitz eines SVEB-Zertifikats muss man als Bildungsfachkraft für Erwachsene aber noch seine «DNA», sein Alleinstellungsmerkmal (USP) und wenn möglich auch seine «Emotional Selling Proposition» (ESP) – also sein emotionales Alleinstellungsmerkmal etablieren. Und dies kann folgendermassen vonstatten gehen:

1. Klare Positionierung anstreben!
Selbstständige Erwachsenenbilder/innen sind gewissermassen «Nomaden» der Arbeitswelt und «Portfolioarbeiter». Wer als Portfolioarbeiter Erfolg haben will braucht ein klar abgegrenztes Betätigungsfeld. Bauchladentrainer, die alle ihre Kompetenzen allen möglichen Zielgruppen anbieten, werden auf dem Markt schlecht wahrgenommen. Im unübersichtlichen Bildungsmarkt vertrauen die Auftraggeber häufig auf Empfehlungen. «Gute Bildungsfachpersonen sind in der Branche schnell bekannt und profitieren davon. Wer sich von diesem Beziehungsmarkt ein Stück abschneiden will, muss auf sich aufmerksam machen. Dies gelingt am besten durch eine klare Positionierung», sagt Lernwerkstatt Olten CEO Daniel Herzog.

2. «Personality and Charsima sells»!
Die meisten Bildungsfachleute in der Erwachsenenbildung legen sich bei der Positionierung ihres Profils ein Alleinstellungsmerkmal (USP) oder gleich mehrere USP’s zu. Diese sind dann jeweils immer nach fachlichen Fähigkeiten definiert. Was jedoch mindestens so wichtig ist, um in diesem Berufsfeld erfolgreich zu sein, ist der Unterrichtsstil, das Charisma, die Personality und die Erarbeitung von Sympathiewerten in der jeweiligen Zielgruppe (Kursteilnehmenden und bei den auftraggebenden Institutionen). So etabliert man seine Emotional Selling Proposition «ESP».

3. Positiver Umgang mit Veränderungen
Was für Arbeitnehmer/innen richtig ist, gilt für Portfolioarbeiter erst recht: Sie müssen lebenslang lernen um ihre Fachkompetenz und Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten. Dazu kommen zusätzliche Kompetenzen und Eigenschaften. Lernwerkstatt Olten CEO Daniel Herzog: «Eine realistische Selbsteinschätzung gepaart mit grundlegenden Marketingkenntnissen sind Voraussetzungen um am Markt zu reüssieren. Selbstbewusstsein, etwas Mut zum Risiko und der positive Umgang mit Veränderungen helfen dem Portfolioarbeiter. Es gilt eine geeignete Rechtsform zu wählen, den Versicherungsschutz zu organisieren, die eigene Altersvorsorge zu planen und so weiter.»

JoW

www.lernwerkstatt.ch/sveb
www.praxisausbilder.ch


Praxisausbilder/in:
Jetzt schon ein «Renner»

Die Nachfrage für das individuelle Begleiten und Beraten von Menschen im Betrieb steigt. Vor vier Jahren hatte der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB das «SVEB-Zertifikat Praxisausbilder/in» lanciert – eine Ausbildung für Personen, die individuelle Lernbegleitungen durchführen. Damit wurde ein Bedürfnis erkannt und mit diesem Angebot voll ins Schwarze getroffen. Daniel Herzog, CEO der Lernwerkstatt Olten, die in diesem Angebot marktführend ist in der Schweiz: «Das Angebot erfreut sich einer steigenden Nachfrage. Das Bedürfnis nach einer anerkannten Weiterbildung zur Praxisausbilderin beziehungsweise zum Praxisausbilder war vorhanden. Aber dass nach vier Jahren Existenz dieser neue Abschluss sich nicht nur in der Branche etabliert hat, sondern im Weiterbildungsmarkt sogar zu einem echten Renner wurde, hat alle positiv überrascht.»

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